Die Trauer weiss wie man tanzt

  • Traurig sein!

Traurig sein!

Wir leben in einer Gesellschaft wo wir dem Tod und der Trauer sehr oft keinen Platz mehr geben wollen, beziehungsweise diese verdrängen bis sie dann plötzlich auf der Matte stehen. Und selbst da schauen wir lieber weg und verdrängen, weil wir Meister im Verdrängen sind.

Hier kommt die schlechte Nachricht: Verdrängen, keine Chance! Die Trauer klopft so lange an unsere Tür bis wir sie reinlassen und wenn wir das nicht tun, ist sie halt einfach gezwungen unsere Tür niederzureissen.  Die Trauer findet einen Weg zu uns, so oder so. Die Frage ist bloss wann, wie und wo?

Hier kommt die gute Nachricht: Die Trauer ist eine Emotion wie jede andere auch. Und Emotionen haben eigentlich nur einen Wunsch, sie wollen gespürt werden. Wollen, dass wir sie zulassen. Und genau darum ist es wichtig die Trauer anzunehmen, sie geradezu einzuladen, ihr vielleicht sogar galant die Tür zu unserem Herzen zu öffnen.

Ich sage immer, man soll mit der Trauer tanzen und das meine ich wortwörtlich. Egal ob man sich das nun mental auf dem Sofa vorstellt, oder sich mitten im Wohnzimmer aufstellt, fordert die Trauer zum Tanz auf. Und dann tanzt!

Tanzt gemeinsam zu eurem Lieblingslied oder der Lieblingsmusik des Verstorbenen. Die Trauer ist eine wundervolle Tanzpartnerin und kann sich zu jeder Melodie bewegen. Und sie ist noch etwas, sie ist eine absolute Expertin in Sachen Weinen. Sie kann uns zeigen wie es geht, wenn wir uns einfach von ihr führen lassen.

Eigentlich ist es ganz einfach.

Niemand kann so schön mit euch weinen wie die Trauer.

Niemand kann so mitfühlen wie die Trauer.

Und niemand kann euch so tröstend in den Arm nehmen wie die Trauer.

Also heisst sie willkommen und tanzt mit ihr!

Liedvorschläge findet man unter dem folgenden Link: Schlusslicht Trauerfeier YouTube Kanal

Von | 2018-02-16T13:01:07+00:00 16. Februar 2018|Bestattungen, Sterben, Tod, Trauer, Verlust|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Tatjana 20. Februar 2018 um 0:18 Uhr - Antworten

    Mein Schatz hat sich „My Way“ von Frank Sinatra gewünscht, wenn er mal gegangen ist… und jedes Mal, wenn er es singt, weine ich mit dem Wissen, dass er jetzt sein Leben mit mir lebt 🙂

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